Was war der bewegendste Moment in Ihrem Leben?
Als bewegende Momente in meinem Leben verstehe ich eher Prozesse, die für mich im Nachhinein betrachtet wie ein Wunder sind.
Nach längerem Nachdenken würde ich die Frage so beantworten: das Bewusstsein über das Geschenk des Lebens an sich.
Wie heißt Ihr persönliches Lebensmotto?
Ich bringe Freude, Licht und Heilung in die Welt. …auch wenn mir dies nicht immer gelingt, so versuche ich doch immer wieder aufs Neue, meinen Beitrag hierfür zu leisten.
Was würden Sie gern bewegen?
Als Begleitende Kinesiologin und Komplementärtherapeutin mit der Methode Kinesiologie finde ich diese Frage besonders interessant, weil sich hinter der Kinesiologie ausgerechnet die Lehre der Bewegung verbirgt. Unser ganzes Leben ist Bewegung. Ohne diese kommt es zu Stillstand, Zerfall oder Tod. Die Frage regt zum Nachdenken an und ermuntert mich, auf die Essenz zu kommen.
So bewege ich als Kinesiologin Energie, die Menschen dabei unterstützt, wieder in ihre eigene Kraft zu kommen, so dass sich Blockaden lösen können und sie mit einem Mal Dinge tun können, die vorher nicht vorstellbar gewesen sind.
Als Musikerin bewege ich auf meinen Klarinetten mit meiner Luft Töne, die – wenn es gut gelingt und mein Publikum offen dafür ist – eine Verbindung zum Gegenüber herstellen und es bereichern, verändern und berühren.
Als Instrumentalpädagogin steht für mich immer mein Gegenüber im Vordergrund, welches ich unterstützen möchte im Lernen und Lernen-Wollen und in der Freude an und mit der Musik.
Beruf ist für mich also gleich Berufung.
Alles miteinander verbindend möchte ich als Mensch Bewusstsein schaffen für einen achtsamen, trauma-sensiblen Umgang der Menschen untereinander sowie mit der Schöpfung und dabei immer wieder neu zu einem friedlichen Miteinander anregen und beitragen.
Welche Rolle spielt Gott in Ihrem Leben?
Für mich begegnet mir Gott in jedem Gegenüber: in jedem Menschen, Tier, in jeder Pflanze. Ich möchte nicht Gott von etwas abtrennen. Vielmehr empfinde ich ihn als die Kraft, die uns alle miteinander und mit uns selbst verbindet. Zu finden? - überall.
Die Frage, die mich jedoch viel mehr beschäftigt ist: wer ist Gott wirklich, wenn ich die kindliche Auffassung des „weißbärtigen Mannes, schwebend auf der Wolke“, fallen lasse? Ich denke, Gott zeigt sich im Suchen.
Glücklicherweise darf ich immer wieder die Erfahrung machen, dass ich mich geführt, getragen und beschützt fühle. Es gibt etwas, das über das bloße rationale Begreifen hinausgeht. Und es gibt immer einen Weg, gleich gültig in welcher noch so schwierigen Lebenslage ich mich befinde. Manchmal ist es auch nur ein nächster Schritt, manchmal ein Fenster oder eine kleine Tür, die sich auftut. Wann sich das Nächste zeigt, kann ich weder kontrollieren noch willentlich beeinflussen. Und dann, wenn ich es gar nicht mehr erwarte, bewegt sich plötzlich etwas. Ich denke, auch darin zeigt sich Gott.