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Dein Glaubenszeugnis bewegt

Mitten im Alltag können wir Gott erfahren. Wer aber spricht darüber und teilt solche bewegenden Augenblicke seines Lebens mit anderen? Glauben wird geweckt und gestärkt durch persönliche Glaubenszeugnisse. So entstand unsere Kirche und so erneuert sie sich bis heute. Weil dein Glaube bewegt, bieten wir hier auf unserer Homepage Platz für persönliche oder anonyme Zeugnisse als Sprachnachricht oder als Textnachricht: 0170-4589889 (Handynummer im Seelsorgeamt) oder einfach per Mail an: martin.emge@erzbistum-bamberg.de 

Erzähl mir von deinem Glauben…

  • Da habe ich Gott gespürt …
  • Da hatte ich einen Schutzengel…
  • Wie ich mir Gott vorstelle…

Impulsfragen für Gesprächsrunden oder für ein schriftliches Zeugnis. 

Glaubenszeugnisse

Kreuzverehrung im Seniorenheim

Für die heutige Wortgottesfeier "Das Leid umarmen" (die 12. Station mit dem Blickwinkel von Maria aus) überlegte ich, ob ich wieder die Kreuzverehrung für jeden einzelnen ermöglichen sollte. Am Ende der WGF entschied ich mich, mit dem Kreuz der Einheit (Kreuzesdarstellung mit Maria unter dem Kreuz) zu jedem zu gehen. Ganz unterschiedliche Reaktionen konnte ich wahrnehmen. Eine Frau sprach Jesus sehr liebevoll an, bedankte sich bei ihm für sein Leiden. Andere hatten Tränen, streichelten Jesus und Maria oder versuchten es zu küssen. Manche waren mit dem Schauen zufrieden. Ich bin dankbar, dass ich mich doch noch von der inneren Stimme überreden ließ, denn die Kreuzverehrung im Seniorenheim ist immer sehr ergreifend für mich. Dieses Kreuz spricht mich sehr an und bekommt manche Streicheleinheit.

Ein Glaubenszeugnis

Eine junge Frau besucht regelmäßig eine ältere Nachbarin, die oft in die Kirche geht. Eines Tages fragt sie einfach: „Sag mal, was glaubst du eigentlich wirklich?“ Die alte Frau überlegt kurz und sagt dann: „Ich glaube nicht, dass alles gut wird. Aber ich glaube, dass ich nicht allein bin, wenn es nicht gut ist.“ Sie erzählt von ihrem Leben: von Verlusten, von Entscheidungen, die sie heute anders treffen würde, von Menschen, die geblieben sind – und von Gott, der nicht alles erklärt, aber mitgeht. „Glaube“, sagt sie, „ist für mich kein starkes Gefühl. Es ist dieses leise Wissen, dass ich getragen bin. Auch wenn ich müde werde.“ Dieser einfache Satz bleibt hängen.

Oster-Moment der Unitas

Unsere Unitas und wir selbst haben auch einen bewegenden Oster-Moment erlebt. Vor zwei Jahren kam ein junger Mann zum Studium der Denkmalpflege nach Bamberg und bezog ein Zimmer auf dem Unitas-Haus in der Sandstrasse. M. war konfessionslos und stammt aus der Gegend um Rostock. Er war von Anfang an sehr interessiert und engagiert und nahm an zahlreichen kirchlichen Veranstaltungen teil. So hat er zum Glauben gefunden und nun wurde er in der Osternacht im Dom vom Erzbischof getauft. Wir kennen ihn persönlich und freuen uns sehr. Ähnliches ereignete sich vor zwei Jahren in Würzburg, als ein türkisch-stämmiger Student, begleitet von unserem geistlichen Beirat, in die Kirche aufgenommen wurde.
Dr. Michael Brackertz

Ein heiliges Öl als Quelle der Zuversicht

Wie geht man mit der Diagnose „unheilbarer Krebs“ um? Wie gestaltet man dann sein Leben? Vor fünf Jahren hat Wolfgang diese Diagnose bekommen. So eine Diagnose erzeugt Gefühle wie Angst, Wut, Traurigkeit, Mutlosigkeit und so weiter. Wolfgang hat sich mutig und tapfer durch fünf Jahre gekämpft, durch viele verschiedene Therapien, samt Nebenwirkungen. Nie verlor er dabei seinen wunderbaren Humor und seinen Mut! Wie hat er das geschafft? Wolfgang war ein tiefgläubiger Mensch. Zur Zeit der Diagnose erinnerte er sich an seine jährlichen Wallfahrten von Bamberg nach Vierzehnheiligen. Er hatte im Wald das Tor zum Schönstattzentrum gesehen, wusste aber nicht genau, was das zu bedeuten hat. Er war neugierig und so machten wir uns gleich auf den Weg zum Marienberg. Hier wurden wir herzlich von Schwester Anne und Friedl Reuss begrüßt. Auch Pfarrer Emge war an diesem Tag da. Er hatte sein Krankenöl dabei und hat Wolfgang damit die Krankensalbung gespendet. Damit verbunden war die Bitte, dass Gottes Segen auf ihm ruht. Das war die Quelle seiner Zuversicht und schenkte ihm Mut und absolutes Gottvertrauen. Ich erinnere mich genau an diesen Tag. Das hat uns viel bedeutet. Danke dafür.
Aus der Tischrede von Marian Emmerling nach dem Begräbnis ihres Mannes.

Ich traute meinen Augen nicht

Eine Woche nach der Beerdigung seiner Mutter erlebt der Sohn ein wunderbares Zeichen von oben.
Zum Hintergrund: die Familie war früher mit den Kindern oft in den Bergen. Auf einer Alm hatte der Vater ein Kreuz und eine kleine Kapelle entdeckt. Beides hatte er auf seinem Anwesen 1:1 nachgebaut. Bei Bauarbeiten auf dem Hof ist vor sechs Jahren der Heiland vom Kreuz gefallen und lag seit her in der Garage im Regal. Nach dem Tod des Vaters hat die Mutter den Sohn immer wieder gemahnt, den Heiland doch wieder an sein Kreuz zu hängen, aber alles Mögliche war wichtiger. Nach dem Begräbnis der Mutter geschah nun folgendes:

In meiner Trauer und kraftlos schlenderte ich durch Mamas Wohnung und über das Grundstück und suchte nach Trost und Rat. Die Stille und leere Umgebung daheim hat meine Trauer zunehmend verschlimmert. In Gedanken an meine Mama führte mein Weg auch in die Garage. Dort sah ich den Heiland verstaubt im Regal liegen. Kurz entschlossen habe ich den Heiland gereinigt und vorbereitet, um ihn wieder an sein Kreuz zu hängen. Schrauben wurden gesucht und das Holzkreuz mit Kleber versehen. Dann habe ich ihn wieder ans Kreuz gehängt. Ich traute meinen Augen nicht, als in diesem Moment das Gesicht von Jesus zu leuchten begann. Es schien, als ob das Leuchten aus dem Gesicht kam. Ich schaute mich um, der Tag war bewölkt, keine Sonne oder Lichtquelle zu sehen! Ich trat einen Schritt zurück. Der ganze Heiland begann zu leuchten. Wie versteinert stand ich da. Dann kam meine Frau dazu. Auch sie war sichtlich erschrocken, hat sofort das Handy geholt, um ein Foto zu machen. An diesem bewölkten Tag, es war ein später Nachmittag, der ist schon dem Abend neigte, versperrten die Wolken jeden Sonnenstrahl. Doch dann, in diesem Moment, hat sich eine Wolke so aufgetan, dass sich ein Sonnenstrahl im Fenster von Mamas Wohnung reflektierte und genau, wirklich genau, auf den Heiland traf! Meine Frau und ich waren absolut erstarrt, vor Gefühlen und Glauben wie versteinert! Nach dem Foto standen meine Frau und ich in Gebeten versunken, noch eine ganze Weile vor dem Kreuz, bis sich die Wolken wieder verschlossen hatten. Ich gehe nicht oft in die Kirche, aber ich habe einen starken Glauben. Dieses Zeichen kann und werde ich niemals vergessen und bin mir jetzt sicher, dass sich meine Mama sehr gefreut hat, den Heiland wieder an seinem Platz zu sehen.
MW

Heilige Momente – Mutters Tod

Unsere Mutter war mit Darmkrebs operiert worden. Am Fest Peter und Paul kam dann ein Anruf meines Bruders, die Mutter liege im Sterben. Nach den Festgottesdiensten in Bad Windsheim fuhr ich nach Fürth, wir sprachen mit unserer Mutter alles ab, ich spendete ihr die Krankensalbung und wollte mit der Feier der hl. Messe im Krankenzimmer beginnen. Unsere Mutter meinte: „Ich glaube, ein Schluck Bier täte mir gut.“ Dann kam das katholische Gewissen. „Wir wollen doch die Heilige Messe feiern.“ Ich erklärte unserer Mutter: „Bier ist jetzt Medizin.“ Sie akzeptierte, wir feierten zu dritt im Krankenzimmer die heilige Messe, Mutter empfing die Heilige Kommunion (alles bei vollem Bewusstsein), eine halbe Stunde später war die tot. 
Bevor sie vom Bestattungsunternehmen abgeholt wurde, beteten wir am offenen Sarg mit einem Priester, der im Haus wohnte, die Vesper vom Fest Peter und Paul, und da standen die trostvollen Worte: „Kostbar ist in den Augen des Herrn, das Sterben seiner Frommen“ (Ps 116, 15) und: „Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. Sie gehen hin unter Tränen und tragen ihren Samen zu Aussaat. Sie kommen wieder mit Jubel und bringen ihre Garben ein.“ (Ps 126,5 f) 
Mein Bruder und ich konnten da getrost Abschied nehmen.
(Dr. Michael Hofmann, Fürth)

Und dann passierte es

Im Zuge einer Umstellung der Gottesdienstordnung einer Kleinstadt gab es offenbar ein Versäumnis, die örtliche Presse rechtzeitig zu informieren. So kam es, dass sich eine kleine Gruppe von Gläubigen in einer Kirche getroffen hat, in der bisher eine Vorabendmesse stattgefunden hatte. Zunächst war die Verwunderung groß. Keine brennenden Kerzen, kein Mesner, kein Pfarrer und kaum Leute. Und dann passierte es:

Eine Frau und ein Mann fassten sich ein Herz und luden kurzerhand die Anwesenden ein, einfach selbst einen Gottesdienst zu halten. Und alle machten mit. Im Gotteslob fanden sie Lieder und ansprechende Texte zur Friedensthematik und schon konnte der Gottesdienst beginnen. Was für ein Erlebnis! Was für eine Glaubenserfahrung! Kirche klein und konkret. Geistesgegenwärtig und spontan. Eine Kirchenerfahrung, die Schule machen kann.